TrinkwasserschutzDer Begriff Trinkwasserschutz fasst alle Maßnahmen zusammen, die dem Erhalt der Trinkwasserqualität der vorhandenen Wasserreserven dienen. Da in Deutschland 73 Prozent des verbrauchten Wassers aus Grundwasser bezogen wird, bedeutet Trinkwasserschutz bei uns insbesondere Grundwasserschutz.

Warum Trinkwasser geschützt werden muss

Stoffe, die an der Erdoberfläche freigesetzt werden, gelangen oft auch in das Grundwasser. Dies gilt ebenfalls für Schadstoffe, welche durch den Menschen in das Grundwasser gelangen. Hierzu zählen Schadstoffe im Abwasser, Pflanzenschutzmittel und Mineralstoffe im Dünger sowie Industrieschadstoffe und Schwermetalle aus undichten Deponien. Einige dieser Schadstoffe wandern mit dem Grundwasserstrom mit und breiten sich auf diese Weise schnell aus, während sich andere im Boden ablagern. Dort werden einige rasch abgebaut, während andere über Jahre hinweg unverändert bleiben.

Mancher Stoff wird erst durch die beim Abbau entstehenden Zwischenprodukte schädlich. Beispielsweise gelangt Nitrat über Düngemittel, Gülle und Niederschlag in das Grundwasser. Dort kann es sich unter bestimmten Bedingungen in Nitrit und später im Körper in krebserregende Nitrosamine umwandeln. Da diese Stickstoffverbindungen wasserlöslich sind, können sie ungehindert mit dem Grundwasser zum Trinkwasserentnahmebrunnen strömen. Aus diesem Grunde ist die landwirtschaftliche Nutzung in der Nähe von Trinkwasserquellen eingeschränkt.

Verschiedene Maßnahmen zum Trinkwasserschutz

Zum Schutz des Grundwassers werden Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Diese sind wiederum in Abhängigkeit zur Nähe zu einer Trinkwasserentnahmestelle in verschiedene Schutzzonen eingeteilt. So muss die in direkter Nähe zur Entnahmequelle liegende Schutzzone 1 stets eingezäunt sein. An diese schließt sich die Schutzzone 2 an. Diese wird durch eine 50-Tage-Linie begrenzt, was bedeutet, dass eine in diesem Bereich vorhandene Verunreinigung 50 Tage benötigt, bevor sie den Brunnen erreicht. Schließlich umfasst die Schutzzone 3 den gesamten Einzugsbereich eines Trinkwasserbrunnens.

  • In gewissem Maße kann sich das Grundwasser mittels natürlicher Selbstreinigung bei Verunreinigungen selbst regenerieren. Dieser Vorgang ist jedoch äußerst langwierig und funktioniert zudem nur bei einigen Stoffen. Wenn eine massive Kontamination eintritt, bleibt das Grundwasser jedoch gefährdet.
  • Wenn sich die vorhandenen Verunreinigungen nur langsam im Boden ausbreiten, ist hier als erste Maßnahme ein Bodenaustausch möglich.
  • Bei Verunreinigungen, welche auf die Bodenschichten oberhalb des Grundwasserspiegels begrenzt sind, kann die Bodenoberfläche per Abdeckung mit einer Schicht aus wasserundurchlässigem Material überzogen werden, das verhindert, dass durch Niederschläge weitere Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.
  • Auch mittels einer Einkapselung kann die Ausbreitung von Schadstoffen verhindert werden. Hier werden senkrechte, wasserundurchlässige Spundwände in den Grundwasserstrom abgesenkt, die das verschmutze Wasser aufhalten oder umlenken.
  • Eine weitere Methode ist die Grundwasserreinigung ex situ. Um das Grundwasser zu reinigen, wird das belastete Wasser an die Oberfläche gepumpt, wo es chemisch, mikrobiologisch oder physikalisch gereinigt wird.
  • Bei der Grundwasserreinigung in situ wird ein spezieller Sanierungsbrunnen gebaut, der das verschmutzte Grundwasser über verschiedene Filterschichten ansaugt. Zusätzlich kann das Wasser mittels eines Bioreaktors mikrobiell gereinigt werden.
  • Eine der neuesten Methoden ist die reaktive Wand, welche senkrecht in den Boden eingelassen wird und dort wie ein Filter wirkt. Neben chemischen Substanzen werden auch Mikroorganismen zur Reinigung eingesetzt.