TrinkwassergewinnungEine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist lebensnotwendig. Deshalb spielte die Wasserversorgung bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Während die frühen Jäger und Sammler noch ausschließlich Quellen und Bäche nutzten, genügte das nicht mehr, als die Menschen sesshaft wurden und begannen Ackerbau zu betreiben. Tiefe Brunnen, die bis zum Grundwasserspiegel herabreichten, und Zisternen, in denen Regenwasser gesammelt wurde, sicherten nun zusätzlich zu Fließgewässern den Trinkwasserbedarf.

Als die immer größer werdenden Städte der Antike eine Ausweitung der Wasserversorgung notwendig machten, entwickelten die Römer ein ausgeklügeltes Versorgungssystem, mit dem mittels Aquädukten Quellwasser aus den Bergen in tiefer gelegenen Städte geleitet wurde. Nach dem Untergang des Römischen Reichs hing die Trinkwasserversorgung wieder hauptsächlich von Brunnen ab.

Erst in der frühen Neuzeit wurden Wasserhebe- und Pumpsysteme entwickelt, die ab dem Zeitalter der Industrialisierung eine zentrale Wasserversorgung der Menschen zumindest in den Städten möglich machten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind alle Haushalte Deutschlands an das Trinkwassernetz angeschlossen.

Trinkwassergewinnung

  • Auch heute noch beruht ein großer Teil der Trinkwassergewinnung auf Brunnen, da Grundwasser insbesondere aus tieferen Schichten in der Regel sehr sauber ist und nicht aufwändig aufbereitet werden muss. Dabei wird zwischen Bohrbrunnen und Schachtbrunnen unterschieden. Während mit traditionellen Schachtbrunnen oberflächennahes Grundwasser gewonnen wird, können mit gebohrten Brunnen wasserführende Schichten in Tiefen von bis zu 400 m erschlossen werden.
  • Quellwasser wird ebenfalls zur Trinkwassergewinnung genutzt, sofern es nicht durch Umweltschadstoffe oder Mikrolebewesen verunreinigt ist.
  • Von großer Bedeutung für die Trinkwasserversorgung sind inzwischen Oberflächengewässer, insbesondere natürliche oder durch Stauung entstandene Seen. Dieses Wasser muss aber vor der Einleitung in das Trinkwassernetz auf jeden Fall aufbereitet werden.
  • In wasserarmen Ländern an Meeresküsten kommen auch Meerwasserentsalzungsanlagen zum Einsatz. Auch aus Abwasser kann nach entsprechender Aufbereitung wieder Trinkwasser werden.

Trinkwasseraufbereitung

Für die Aufbereitung von Wasser zur Trinkwassergewinnung stehen verschiedene chemische, physikalische und biologische Methoden zur Verfügung. Welche Methoden angewandt werden, ist von der Qualität des Rohwassers und Art der Wassergewinnung abhängig.

  • Die einfachste und älteste Methode zur Wasseraufbereitung ist die Verwendung von Filtern, z.B. von Sand, mit deren Hilfe Schwebstoffe ausgesiebt werden.
  • In Absetzbecken oder durch den Zusatz von Flockungsmittel können auch kleinere Partikel aus dem Wasser entfernt werden.
  • Besonders kleine Schmutzpartikel lassen sich durch das Einblasen von Luft entfernen.
  • Mit Hilfe von Oxidation kann der Eisen- und Mangangehalt des Wassers verringert werden.
  • Auch durch Enthärtung, Entsalzung und Entsäuerung wird die chemische Zusammensetzung verändert und so das Wasser trinkbar gemacht.
  • Mikroorganismen können durch die Zugabe von Chlor oder die Bestrahlung mit UV-Licht abgetötet werden.
  • Speziell bei der Abwasserreinigung kommen in neueren Verfahren auch nützliche Kleinstlebewesen zum Einsatz, die in Form von Belebtschlamm das Wasser auf natürliche Weise reinigen.

Die moderne Trinkwassergewinnung beruht abhängig von den örtlichen Gegebenheiten auf unterschiedlichen Wassergewinnungsmethoden. Auch bei der Aufbereitung des Rohwassers kommen die verschiedensten Techniken zur Anwendung. Dank einer steten Weiterentwicklung der notwendigen Technologien ist jederzeit die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet.