Geschichte des TrinkwassersIn Deutschland ist Wasser zu etwas Alltäglichem geworden. Dabei wird oft vergessen, welche große Bedeutung Wasser für die Erde und das Leben auf ihr hat.

Wasser, das Leben spendende Elixier

Wasser besteht aus zwei Teilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff, was die chemische Bezeichnung H2O erklärt. Es gibt keine vergleichbare Flüssigkeit, die so viele Stoffe auflösen kann wie Wasser. Selbst harte Substanzen lösen sich früher oder später in Wasser auf. Diese auflösende Eigenschaft des Wassers bildet die Grundvoraussetzung für alles Sein auf der Erde. Nur durch Wasser konnten sich überhaupt die ersten lebenden Zellen bilden und machen so das Entstehen von Leben auf der Erde erst möglich.

Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Für ihn ist das Element lebenswichtig. Wasser sorgt dafür, dass im menschlichen Körper die festen Nährstoffe zu den unzähligen Zellen gelangen und sichert auf diese Weise die Lebensenergie. Schon drei Tage ohne Wasser kann für Menschen tödlich sein. Doch obwohl rund 71 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt ist; das lebensnotwendige Wasser ist auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt.

Wasserverteilung auf der Erde

Auf der Erde gibt es insgesamt 1,42 Milliarden km³ Wasser. Allerdings sind davon nur 38,7 Millionen Süßwasser, was rund 3 Prozent des gesamten Wasservolumens auf der Erde entspricht. Dabei beträgt das Volumen des Grundwassers etwa 8,25 Millionen km³. Davon sind jedoch nur ungefähr 250.000 km³ (=0,02 Prozent) nutzbar.

Die größten Grundwasserressourcen gibt es in den sogenannten gemäßigten Breiten. Hier bildet sich pro Jahr zwischen 50 und 300 mm neues Grundwasser, während zum Beispiel China, Kasachstan, Afghanistan und die Arabischen Emirate nur auf jährlich 50 mm kommen. In Afrika bildet sich mit maximal 20 mm pro Jahr das wenigste Grundwasser.

Die Geschichte vom Trinkwasser

Schon in der Steinzeit war den Menschen bewusst, wie wichtig sauberes Trinkwasser ist. Daher hielten sie sich, soweit es ging, in der Nähe von Flüssen oder sonstigen Wasserquellen auf. So kam es auch, dass Jahrtausende später die ersten komplexen urbanen Zivilisationen in der Nähe von Fließgewässern entstanden. Die Geschichte zeigt, dass die Menschen schon vor mehreren Tausend Jahren Techniken kannten, um sich mit Wasser zu versorgen.

Vor etwa 4.500 Jahren wurden in Ägypten die ersten tiefen Brunnen gebaut, mit denen das Grundwasser gefördert wurde. Auch der Geschichte Irans ist zu entnehmen, dass es bereits vor rund 3.000 Jahren Wasserzuleitungsschächte gab, die die unten gelegenen Täler mit frischem Gebirgswasser versorgten. Dies Schächte wurden „Qanat“ genannt und gelten heute als Vorläufer der römischen Aquädukte. Doch die Geschichte des Trinkwassers endete zunächst mit der Herrschaft der Germanen, die die Vorteile der Wassersysteme nicht erkannten. Ein Rückschritt in der Geschichte der Trinkwasserversorgung.

Erst im Mittelalter begann sich durch Schöpfräder und Zisternen die Wasserversorgung zu verbessern. Im 14. Jahrhundert nahm auch in Europa die Geschichte der Trinkwasserversorgung Fahrt auf. Vor allem im Bergbau wurden die ersten Wasserpumpsysteme eingesetzt. Doch es dauerte bis zum 19. Jahrhundert, bis die zentrale Wasserversorgung auch die Bürger versorgte. Heute sind fast 100 Prozent der deutschen Einwohner an das öffentliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen.